Der Ruf des Kardinals - Ein Musical beleuchtet kritisch die 2000-jährige Geschichte der Christenheit
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Fabian Vogt thematisiert in seinem Libretto „Der Ruf des Kardinals“ den Spagat zwischen den unterschiedlichsten Auffassungen von Glauben in der 2000-jährigen Geschichte der Kirche.

In einer spannenden Rahmengeschichte entführt ein von der Kirche und ihren Bischöfen enttäuschter Christ einen Kardinal. Der zunächst raue Umgangstonzwischen Entführer und Entführtem weicht nach bedrohlicher Atmosphäre einer fast freundschaftlichen Vertrautheit, in der der Entführer dem Kardinal schildert, was er bei der in seinen Augen zur bloßen Macht- und Geldinstitution verkommenen Kirche vermisst: Die Leidenschaft, vom Glauben an Jesus Christus zu schwärmen; die Faszination, die damals Jesus auf seine Jünger ausübte; den Mut, Mitmenschen von seinem Glauben zu erzählen; die friedvolle Gemeinschaft mit konfessionell anders Gläubigen. Auf einen Nenner gebracht: Eine Kirche, „in der man sich lieb hat.“

In diesem Spannungsbogen sind sich beide Protagonisten einig:
Dass sich Kirche wieder viel mehr auf die Seelsorge konzentrieren muss, als weiterhin als großes Wirtschaftsunternehmen aufzutreten.
Verblüffend gut gelingt es Fabian Vogt, alle Sichtweisen und Bewegungen der Christenheit nachvollziehbar darzustellen. Der Zuschauer erhält auf faszinierende Weise einen Einblick in die gesamte Kirchengeschichte und kann Entwicklungen im Nachhinein verstehen:
Auf Christenverfolgung folgen Staatskirche, Mönchtum, Theokratie,
Armutsbewegung, Reformation, Neuzeit.
Der Chor, der auch schauspielerische Teile übernimmt, singt 13 teils
schwungvoll-fetzige Lieder, teils ruhige, melancholische Balladen, die zwischen den Dialogen für abwechslungs- und spannungsreiche Atmosphäre sorgen.

Durch die modernen, mitreißenden Arrangements von Peter Krausch wird dieses Musical zu einem interessanten und zugleich zeitkritischen Abriss der 2000-jährigen Geschichte der Christenheit.
Mit Thomas Millitzer (Kardinal) und Thorsten Kusch (Entführer) konnten zwei erfahrene Schauspieler und Musicalsänger gefunden werden, die schon in anderen großen Inszenierungen die Hauptrolle übernahmen.
Ein Tanzensemble unter der Leitung von Veronika Komadina unterstützt ausdrucksstark den Inhalt der Lieder.



 

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